Stromkosten im Haushalt wirklich senken

Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht rund 2.500 Kilowattstunden Strom im Jahr. Bei einem Arbeitspreis von etwa 30 Cent pro Kilowattstunde summiert sich das auf 750 Euro Jahresrechnung, bevor auch nur ein einziger Sparschritt unternommen wurde. Die meisten Menschen wissen, dass Strom Geld kostet, aber kaum jemand weiß genau, welches Gerät im Haushalt welchen Anteil davon verursacht.

Kühlschrank, Waschmaschine, Standby: Wo das Geld wirklich bleibt

Der Kühlschrank läuft 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Ein altes Modell der Energieklasse D verbraucht leicht 300 Kilowattstunden jährlich, ein aktuelles Gerät der Klasse A liegt bei rund 100 Kilowattstunden. Wer den alten Kühlschrank durch ein neues Modell ersetzt, spart also rund 60 Euro pro Jahr allein durch diesen einen Austausch. Bei einem Gerät, das 15 Jahre oder länger in Betrieb ist, rentiert sich die Investition in den meisten Fällen nach drei bis fünf Jahren.

Ähnlich verhält es sich mit Waschmaschinen. Wer bei 60 Grad wäscht, verbraucht bis zu dreimal so viel Strom wie bei 40 Grad, ohne dass die Reinigungsleistung bei normaler Alltagswäsche nennenswert schlechter wird. Vier Waschgänge pro Woche bei konsequent 40 Grad statt 60 Grad sparen über das Jahr gerechnet rund 30 Euro, ohne Gerätewechsel und ohne Komfortverlust.

Standby-Verbrauch wird häufig unterschätzt. Fernseher, Soundbars, Router, Ladegeräte, Kaffeevollautomaten: Laut dem Umweltbundesamt verursacht der Standby-Betrieb in deutschen Haushalten jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Schaltbare Steckerleisten, die sich per Knopfdruck oder automatisch abschalten, lösen das Problem ohne großen Aufwand.

Beleuchtung: Einmaliger Aufwand, dauerhafter Effekt

LED-Leuchtmittel verbrauchen gegenüber alten Glühlampen rund 80 Prozent weniger Strom bei gleicher Lichtmenge. Eine 60-Watt-Glühlampe lässt sich durch eine 8-Watt-LED ersetzen. Wer zehn Lampen im Haushalt betreibt und täglich vier Stunden Beleuchtungszeit ansetzt, spart durch den Komplettumstieg auf LED gut 50 Euro im Jahr. Die Anschaffungskosten für zehn LED-Lampen liegen bei 20 bis 30 Euro. Die Amortisation ist nach wenigen Monaten erreicht.

Wichtig dabei: Bewegungsmelder in Fluren und Treppenhäusern ergänzen den LED-Einsatz sinnvoll. Räume, die nur kurz genutzt werden, verbrauchen dann gar keinen Strom für Beleuchtung, weil niemand das Licht vergisst.

Tarif und Abrechnung im Blick behalten

Wer seinen Verbrauch optimiert, aber einen ungünstigen Stromtarif hat, schöpft das Einsparpotenzial nicht vollständig aus. Die Differenz zwischen dem günstigsten verfügbaren Tarif und der teuersten Grundversorgung beträgt in vielen Regionen 5 bis 8 Cent pro Kilowattstunde. Bei 2.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspricht das 125 bis 200 Euro Unterschied, ohne dass sich am Verhalten etwas ändern muss. Wer seinen aktuellen Tarif mit anderen Angeboten vergleichen möchte, findet auf www.stromvergleich.energy einen Überblick über verfügbare Tarife. Wechsel sind in Deutschland jederzeit möglich, die gesetzlichen Kündigungsfristen betragen bei den meisten Verträgen vier Wochen zum Monatsende.

Wer einen Ökostromtarif wählt, zahlt heute oft kaum mehr als für konventionellen Strom. Die Nachfrage ist gestiegen, die Preisdifferenz hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Bei einigen Anbietern liegt der Ökostromtarif sogar unter dem Grundversorgungspreis.

Smarte Technik: Hilfreich, aber kein Allheilmittel

Intelligente Steckdosen und Smart-Home-Systeme versprechen automatische Einsparungen. Sie können tatsächlich helfen, haben aber einen eigenen Stromverbrauch und verursachen Anschaffungskosten. Wer fünf smarte Steckdosen für insgesamt 100 Euro kauft und jede davon spart im Jahr 5 Euro, hat nach vier Jahren die Kosten eingespielt. Das ist realistisch, aber kein schneller Gewinn.

Sinnvoller ist oft ein einfaches Strommessgerät für 10 bis 15 Euro. Damit lässt sich ermitteln, was einzelne Geräte tatsächlich verbrauchen. Das Ergebnis überrascht regelmäßig: Alte Gefriergeräte im Keller, Aquarien mit veralteter Technik oder Elektroherde älterer Baujahre fressen weit mehr Strom als viele erwarten.

Checkliste: Maßnahmen mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ersparnis

  • Waschtemperatur auf 40 Grad senken (keine Anschaffungskosten, sofortige Wirkung)
  • Standby konsequent abschalten (Schaltbare Steckerleiste ab 8 Euro)
  • Auf LED-Leuchtmittel umstellen (Amortisation unter einem Jahr)
  • Kühlschranktemperatur prüfen (7 Grad reichen, jedes Grad weniger kostet mehr Strom)
  • Stromtarif vergleichen und wechseln (kein Aufwand, bis zu 200 Euro Ersparnis pro Jahr)
  • Altes Gefriergerät abschaffen oder ersetzen (oft 200 Kilowattstunden oder mehr jährlich)

Wasser und Wärme: Der Zusammenhang mit dem Strombedarf

Warmwasserboiler, elektrische Handtuchheizkörper und Heizlüfter sind häufig unsichtbare Stromfresser. Ein 2.000-Watt-Heizlüfter, der täglich zwei Stunden läuft, verursacht monatlich rund 12 Euro Zusatzkosten. Wer im Bad oder Keller auf elektrische Zusatzheizung angewiesen ist, sollte prüfen, ob bauliche Maßnahmen oder eine Anpassung der Zentralheizung günstiger wären.

Haushalte mit elektrischem Warmwasserbereiter profitieren besonders von einer Absenkung der Speichertemperatur auf 60 Grad. Höhere Temperaturen bieten keinen Hygienegewinn, wenn die Temperatur einmal wöchentlich kurz auf 70 Grad angehoben wird. Die Legionellenprophylaxe nach anerkannten Richtlinien lässt sich also mit reduziertem Energieeinsatz vereinbaren, wenn das Gerät entsprechend programmiert ist.

Wer alle genannten Maßnahmen konsequent umsetzt, kann den Jahresverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts realistisch von 2.500 auf unter 1.800 Kilowattstunden senken. Bei einem Arbeitspreis von 30 Cent entspricht das einer Ersparnis von 210 Euro pro Jahr, ohne Komfortverlust und ohne größere Investitionen. Strom sparen im Haushalt ist keine Frage der Disziplin, sondern vor allem eine Frage des Wissens darüber, wo der Verbrauch tatsächlich entsteht.

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